Drachenburg in Syrau / Vogtland (historische Aufnahme)
Kont@kt / Impressum
Nachdem Absinth vor dem Christentum bereits bekannt war, setzte
sich die Verbreitung nach Christus fort.
Absinth fand Eingang in die Bibel,
allerdings in einer etwas negativen
Form, da er hier im Zusammenhang
mit Bitterkeit, Gift und Verrat auftritt.
In der Biblischen Apokalypse (ca. 95 n.
Chr.), auch als das 5. Element
bezeichnet, findet sich in der
Offenbarung des Johannes 8-11
folgender Absatz:
„Und der Name dieses Sterns heißt
Absinth (Wermut). Und der dritte Teil der Wasser wurde zu Absinth
(Wermut), und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter
geworden waren.“
1769 taucht der Name Absinth in Form einer
Zeitungsannonce in Couvet im Schweizer Kanton
Neuchatel auf. Es handelt sich hierbei um ein
Elixier namens „Bon Extrait dÁbsinthe“, ein
belebendes Allheilmittel, welches die Schwestern
Henriod aus Alkohol, Wermut, Zitronenmelisse
und einigen anderen Zutaten gebraut hatten.
Doch ob die v. g. Schwestern Henriod als
Erfinderinnen anzusehen sind, ist umstritten.
Andere Literaturquellen verweisen
diesbezüglich auch auf Henriette Henriod
oder ein Kloster im Val-de-Travers und den
Schweizer Arzt Dr. Ordinaire.
Unstrittig ist indessen das die Schwestern ihr
Rezept 1797 an Henrie Dubied verkauften,
der im selben Jahr zusammen mit seinem
Sohn Marcellin und seinem Schwiegersohn
Henri-Louis Pernod eine Absinthdestillerie in
der Schweiz eröffneten. Dort wurden anfangs bescheidene 16 Lit. pro Tag produziert.
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ABSINTH online - Infos, Rezepte & mehr
Ägypter – Griechen – Römer
Ägypter – Wermut wurde schon 1600 Jahre v. Ch. Bei den Ägyptern erwähnt. So gab es bereits ein
Wermutbier, welches mit Früchten u. Honig angesetzt war. Wermut war dort auch eine kultische
Pflanze, da ihn die Isispriesterinnen bei Ritualen in den Händen hielten.
Griechen – Bereits in der griechischen Antike kannte
man die Wirkung von Absinth in allen möglichen
Formen vom Heilmittel bis zum Aphrodisiakum. Absinth
wurde von Hippokrates (um 460-375 v. Ch.), der viel
mit Wermut experimentierte und Pythagoras als Arznei
gegen vielerlei Leiden verordnet. Galen (um 131-201
n. Ch.) empfahl Absinth bei Magenverstimmung. In der
griechischen Mythologie war Absinth der Göttin der
Jagd und der Fruchtbarkeit, Artemis geweiht. Medizin
aus Wermut begleitete die Frauen von der Pubertät bis
zur Menopause, half bei der Geburt ebenso, wie bei
ungewünschter Schwangerschaft.
Hippokrates
Galen
L´heure Verte (Die Grüne Stunde)
Ende des 19. Jahrhunderts erreichte Absinth in Frankreich eine so große
Popularität, dass Pernod die Produktion noch einmal auf
100.000 Lit. pro Tag steigern musste. Die Preise für Absinth wurden
immer erschwinglicher. Dies trug dazu bei, dass bis zum 1. Weltkrieg
der Absinthkonsum nochmals um das Fünfzigfache anstieg und alle
Bevölkerungsschichten erreicht hatte.
Am Nachmittag trank jeder Absinth und die Zeit zwischen 17 und 19
Uhr wurde nun in Frankreich “L´heure Verte“ genannt.
Nachdem die Nachfrage weiter zu steigen begann,
eröffnete Henri-Louis Pernod 1805 in Pontarlier, auf der
Franche-Comté, die erste Fabrik, in der Absinth industriell
hergestellt wurde.
Absinth begann zum Bestseller zu werden. Neben der
Brennerei von Pernod, zählte CUSENIER als Hersteller der
Marke OXYGÉNÉE, zu den erfolgreichsten.
Der Wermut-Anbau wurde zu einer der wichtigsten
Erwerbsquellen im Val-de-Travers.
Obgleich in der Schweiz erfunden, war Absinth eigentlich
ein französisches Getränk.
Bereits 1840 wurde es offiziell den franz. Soldaten im
Algerienkrieg als " Medizin" gegen Fieber und Durchfall
zugeteilt. An den Geschmack gewöhnten sich die Soldaten
schnell und brachten diese Trinkvorliebe nach dem Krieg
mit nach Frankreich zurück.
Absinth hatte den Status als Kult-Getränk erreicht.
Beispielsweise wurden 1912 allein in Frankreich über 220
Millionen Liter Absinth getrunken.
Dabei hatte sich Absinth inzwischen in nahezu der ganzen Welt verbreitet.