Drachenburg in Syrau / Vogtland (historische Aufnahme)
Kont@kt / Impressum
Die Wirkung des Absinths geht über die anderer Spirituosen hinaus. Sie ist nach einigen Gläschen
gleichermaßen anregend, berauschend, euphorisierend und stimulierend. Diese Wirkung resultiert aus
dem Zusammenspiel / Wechselwirkung von hohem Alkoholgehalt (zwischen 55 und 70%vol.) und
verwendeten (Heil)-Kräutern, u.a. echtes Wermutkraut, Fenchel, Ysop. Zunächst konnte eine solche
Wirkung nur von einem nach klassischer Rezeptur, aus einem traditionellem Erzeugerland stammenden
Absinth ausgehen. Dazu zählen im wesentlichen die Schweiz, Frankreich, Spanien und Tschechien.
Zwischenzeitlich werden auch in Deutschland, insbesondere von kleineren Familienunternehmen,
Absinthe hergestellt, die ausgesprochen wirkungsvoll sind. Dabei handelt es sich aber nicht um die
Produkte, die man im nächsten SB-
Warenhaus angeboten bekommt. Der im
Wermutkraut enthaltene Wirkstoff Thujon
ist bedingt für die spezielle Wirkung
verantwortlich. Thujon sensibilisiert
bestimmte Rezeptoren des menschlichen
Gehirns. Dieses scheint begründet,
entsprechend der Ähnlichkeit, welche die
Molekularstruktur zwischen Thujon ( a )
und THC ( b ), dem Wirkstoff der
Cannabispflanze ( Haschisch ) aufweist.
Die Qualität bzw. den Wirkungsgrad eines
Absinths von einer besonders großen
Menge dieses Wirkstoffes in Abhängigkeit zu stellen, ist falsch. Wichtig ist, dass Thujon enthalten ist und
zwar in einer deutlich nachweisbaren Menge. Werbesprüche mit genauen mg Angaben sind äußerst
unseriös, da der Thujongehalt des Extraktes von der Qualität der verwendeten Kräuter, der Dauer der
Extraktion und weiteren, nicht beeinflussbaren Faktoren abhängt
Oskar Wilde schilderte die Wirkung einmal so: " Im erste Stadium sieht man seine Umgebung wie sie
nicht ist, im zweiten fängt man an, ungeheuerliche grausame Dinge zu sehen, aber wenn man es
schafft, nicht aufzugeben kommt man in das dritte Stadium, in dem man Dinge sieht, die man sehen
möchte, wundervolle sonderbare Dinge."
Diese Eigenschaften machten Absinth in seiner Blütezeit nicht nur attraktiv, sie verleiteten auch zu
übermäßigen Konsum. Für die meisten Menschen war Absinth nie mehr als ein besonders belebendes
Getränk. Wogegen starker Missbrauch häufig zur Abhängigkeit führte. Das Ende ist bekannt.
Das Absinth-Gesetz wurde 1981 aufgehoben. Weiterhin verboten in Deutschland war aber die
Verwendung von Wermutöl. Im Rahmen der EU ist seit 1991 (nicht 1998!) ein reglementierter
Thujongehalt wieder zulässig > Richtlinie 88/3888/EWG v. 22.06.1988. Mit Beschluss vom 27.09.1991
(Bundesratssache 428/91) wurde die Zulässigkeit von Thujon auf 5mg/Kg in alk. Getränken von bis zu
25vol.%, von 10mg/Kg bei mehr als 25vol.% und auf 35mg/Kg in Bitterspirituosen festgelegt
(Bundesgesetzblatt 1991, Teil I, Seite 2045-50) < Seine einzigartige Wirkung ist Absinth dabei nicht
verloren gegangen!
Unseriöse Anbieter interpretieren diese Bestimmung teilweise bewusst
irreführend. Die Bezeichnung "Bitterspirituose" heißt nicht, dass
automatisch 35 mg/Kg Thujon enthalten sind. Ebenso wenig
bedeutet "dreifacher Wermutanteil", dass 30 mg/Kg Thujon
enthalten sein müssen. Darauf sollten Sie achten.
Es ist weiter davor zu warnen, Nahrungsmittel künstlich mit
Thujon anzureichern. Eine psychoaktive Wirkung bleibt
definitiv aus und statt der Grünen Fee lernen Sie bestenfalls
eine Krankenschwester kennen.
Grundsätzlich ist die spezielle Wirkung von Absinth nicht
eindeutig zu begründen. Absinth ist als solches keine Droge!
Alkohol ist Volksdroge Nr. 1 - diesbezüglich warnen wir nachdrücklich vor Alkoholmissbrauch!
Thujon
THC
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